Reise blog von Travellerspoint

Von diesem Autor: vietpat

Wieder im Lande

Bin heute morgen um 6 Uhr gut in Frankfurt gelandet, Zwischenstopp in Duesseldorf, Familie in Dortmund, eine weitere beschissene Leistung meines Fussballvereins und seines Larifari-Trainers gesehen - schoen wieder hier zu sein, nebenbei lernt man auf so einer Reise seine Heimat und die europaeische Gemeinschaft noch mehr zu schaetzen ;-)

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Nachtraeglich eingefuegte Videos:

...und ja, ich habe hier wieder ä, ö, ü und sogar ß... aber muss mich erst mal wieder dran gewoe...öhnen :-)

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Und die Stadt fragte: Wollen wir Freunde sein?

Saigon

semi-overcast 27 °C
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< aktualisiert >
Das schwierigste am Busbahnhof war nicht, den richtigen Stadtbus zu finden - sondern das Rudel, pardon, die Herde an Motorrad- und Taxifahrern loszuwerden. Man mochte auf vietnamesisch fragen, welchen Teil von "nein" sie nicht verstehen.

Ein paar Minuten spaeter und schon beim ersten Versuch hatte ich den richtigen Bus gefunden. Nicht weils spottbillig war... sondern auch, um schon mal einen ersten Blick fuer die Stadt zu bekommen anstatt mit dem Motorrad rumzubrausen.

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(nein, das war nicht mein Bus ;-))

Wider Erwarten war das Wetter freundlich, die Atmosphaere angenehm, in einem Gruenstreifen gingen die Leute joggen... Auch im Hotel ein herzlicher Empfang. Ueberhaupt, das war die beste Unterkunft der ganzen Reise. Madam Cuc ist die Chefin von drei kleinen Hotels und schaute irgendwann mal vorbei, um den Gaesten zu sagen dass es toll ist dass sie da sind; fuenf Maedels kuemmerten sich den ganzen Tag lang superfreundlich um alles. Morgens Marmeladenbrot und Kaffee, abends auf Wunsch noch ne Suppe und Fruehlingsrollen... den ganzen Tag Bananen und lustige Unterhaltung - whow, nach Hanoi rechnete ich mit so was nicht mehr. Kleiner Haken an der Sache: Mein Zimmer lag zwar relativ ruhig im sechsten Stock - das waren aber mal geschmeidige 109 Stufen. Fuers Gepaeck gabs eine Seilwinde.

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Die Leute hier sind echt ein ganz anderer Schlag. Im Park sprach mich ein Mann an, woher ich komme - aah, er habe einen Freund namens Hans-Peter in Muenchen der ihm die deutschen Zahlen beigebracht hat. Gute Reise und schoenen Tag noch!

Spaeter inspizierten zwei interessierte Damen auf der Parkbank nebenan meinen Reisefuehrer, in dem sich Fahr-, Eintritts- und Visitenkarten angesammelt hatten und amuesierten sich ueber den Sprachteil.

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Der Wiedervereinigungspalast war ein echter Knaller, architektonisch auch, aber vor allem in Hinblick auf die Innenausstattung. Einstweilen wird er weiterhin fuer offizielle Anlaesse genutzt, ansonsten steht er Besuchern offen. Eine Fuehrung informierte ueber die wechselhafte Geschichte des Gebaeudes, besondern am 30. April 1975 als nordvietnamesische Panzer in den Garten rollten und der Uebergangspraesident des Suedens die Sieger mit den Worten empfing: "Meine Herren, ich warte bereits seit heute morgen darauf, Ihnen die Macht zu uebergeben."

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Inzwischen geht es wieder relativ westlich zu, und Saigon ist weiterhin gebraeuchlicher als der offizielle Name Ho Chi Minh City. Klingt ja auch nicht grad prall.
Maecces & Co. hats hier allerdings noch nicht, generell aber reichlich Gelegenheit zum Einkaufen, bis hin zu echten Nike's fuer die ueblichen 120 Euro. Die Elektronik haelt auch Einzug in die Pagoden - man beachte die neckischen Blinkapplikationen in diesem Video:

Einige historische Gebauede aus der Kolonialzeit... und zwischenzeitig ueberlegte ich, ob man das Kriegsmuseum klonen und in jeder mittelgroßen amerikanischen Stadt zwecks Allgemeinbildung nachbauen sollte. Dann muesste man aber die Panzer und Bomben weglassen, damit die Besucher nicht davor posieren und sich wirklich mal die bedrueckenden dokumentarischen Photos aus den Kriegen und Nachbildungen der Tigerkaefige etc. anschauen.

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Zum Besuch in der Region gehoeren auch die Cu Chi Tunnel, ein hunderte Kilometer langes System etwa 60 Kilometer vor Saigon, die am Originalplatz als eine Art Freilichtmuseum rekonstruiert wurden. Mitsamt aller Fallen, die sich die Staemme dort fuer den Feind ausgedacht hatten. Und nicht nur das. Es gab falsche Einstiegsloecher, Gabelungen der Tunnel die Eindringlinge ins Verderben fuehrten, mehrere Ebenen und einen Fluchttunnel zum Saigon-Fluss. Bei Flut hiess es raustauchen, und bei Niedrigwasser sollte man mal die gemeinschaftliche Kloschuessel leeren. Denn Hinterlassenschaften oben waeren ja verraeterisch. Ameisenbauten wurden ausgeraeuchert und zum gut getarnten Luftschacht. Das und mehr machten die je zwei Stunden An- und Abreise (Boot/Bus) wett.

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Dann war da noch der Stadtbus. Angenehm klimatisiert - aber was da aus den Lautsprecher kam...

Traf noch einen Deutschen, der in Laos unterwegs war. Dort gibt es wohl keine Busfahrt ohne eine oder normalerweise mehrere Pannen. Sehr gern wird der Motor zu heiss. Dann steigen alle bei sengender Hitze und ohne Schatten aus und warten in aller Ruhe. Irgendwann holt mal einer nen Kanister Wasser aus dem naechsten Fluss zum Kuehlen... und dann gehts bestenfalls weiter. Oder aber, alle Mitreisenden muessen anschieben und dann schwarz vor Russ in den Bus springen. Fuer die Laoten ist das Alltag. Doch wehe wenn der DVD-Player nicht geht und es somit keine ueberlaute Karaoke gibt - dann hagelt es Proteste.

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Pannen hatte ich keine, auf der ganzen Reise auch keine brenzlige Situation, weggekommen ist nichts... vielmehr wurde etwa vor dem Waisenhaus das Motorrad mit steckendem Zuendschluessel abgestellt. Nur beim Thema Geld muss man halt immer wachsam sein, und kurz vor Schluss passierte noch das, was ich kommen sah: Ich meinte "fifteen", und der Fahrradtaxifahrer "fifty". Tja, das Leben ist hart - im Reisefuehrer stehen, dass acht bis zwoelf Tausend Dong fuer kurze Strecken ok sind, also fuffzenn und basta.

Mai ist der Beginn der Regenzeit, das bedeutet kraeftige Regenguesse vor allem am spaeten Nachmittag....

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Solche Zwangspausen sind angenehmer als die Schwuele in der Sonne.

Alles in allem hatte ich echt super Wetter. Das erste Mal richtigen Regen auf dem Motorrad, dank der zur Verfuegung gestellten Regenkleidung kein Problem und selbst das Gesaess erwies sich als schnelltrocknend. War ja auch ein Feuerstuhl.

Schoenen Dank fuer den Leserbrief aus der Schweiz, ob ich denn einen Zahlenfetisch haette wegen der ganzen immer wieder eingeflochtenen Kosten. Nein, das nicht.. . wollte halt mal das Preisgefuege rueberbringen. Klar verdienen die Leute hier weniger, doch wenn mans mal mit daheim vergleicht, dann sind die Preise bei Starbucks oder von importierten Gebrauchsgegenstaenden "Made in Vietnam" astronomisch.
Manch mal muss man wirklich aufpassen, dass man sich zurueckhaelt wenns um 2000 Dong = 8 Cent geht, aber so ne peinliche Nummer wie ein Deutscher im Internetcafe, der sich um noch weniger beschwerte hab ich mir nicht geleistet.

Also, Endspurt des Blogs: Wetter prima, alles guenstig oder preiswert, sicheres Reisen... und Richtung Sueden wurden die Leute wie ersehnt immer freundlicher. Der Groesste Glueckfall war die Motorradtour, das praegende Erlebnis dieser Reise.

In der Ha Long Bucht hatte ich die beste Wahl fuer Alleinreisende getroffenen, wer da mal mit mehreren vorbeikommt sollte sich einfach ein eigenes Boot mieten.
Die Bekanntschaft dort mit Dan & Kate sorgte wiederum fuer ein Highlight in Sa Pa...

Ob es Lowlights gab? Hm. Zumindest keine Reinfaelle.
Hab ich was verpasst? Denke nicht. Fuers Mekong-Delta war nicht die richtige Reisezeit, Strand bekomm ich auch woanders.... auch hier alles super.

Bleibt festzuhalten, dass Suedostasien ganz schoen anders ist. In Suedamerika teilt man beispielsweise mit den Leuten zumindest ein Stueck weit die Kultur und Sprache, dass machts einfacher.
Nicht dass ich mich ueber irgendwas aufgeregt haette in Vietnam... aber ein Land zu genießen, das geht anders. Das eine oder andere nimmt man halt einfach mal so hin.

Ein Erlebnis war es auf jeden Fall, und es ist gut auch was ueber das Leben auf diesem Erdteil zu wissen. Dafuer ist Vietnam die richtige Dosierung - Thailand ist wohl schon sehr touristisch, waehrend Laos und besonders Kambodscha eine groessere Herausforderung sind.

Bleibt die Frage, wie ich auf Vietnam kam. War 2007 nicht groß weg und wollte mal raus, nach diesem Sommer gehts schlecht aus beruflichen Gruenden. Auf der Suedhalbkugel ist Winter, in Europa versprach das Wetter auch noch nicht so prall zu sein... Amerika auch nicht... also tendenziell Richtung Suedostasien, in der Buchhandlung im Vietnam-Fuehrer geblaettert... mit Lars & Tanja als "Vorreisenden" gesprochen - und entschieden :-)

Eingestellt von vietpat 06:54 Archiviert in Vietnam Tagged backpacking

Das Beste kommt zum Schluss

Von Hoi An ueber Kontum, Pleiku nach Buon Ma Thouth

semi-overcast 25 °C
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Jetzt kommen die besten drei Tage des Urlaubs.

Drei Tage keinen anderen Touristen. Kein "Hello Motorbike".
Keine Versuche mit was zu verkaufen.
Stattdessen freundliche Einheimische, die ihren Berufen nachgehen und einen kleinen Einblick in ihr Leben geben.

Das Motorrad war angesichts seiner Groesse wesentlich bequemer als die kleinen Dinger in den Staedten, mein Rucksack reiste auf dem zweiten Bike. Mit Ahn und Phuong hatte ich zwei grossartige Reiseleiter.
Ahn ist der Grossonkel, bei Hanoi aufgewachsen und mit der Familie in den Sueden gegangen als in den 50ern die franzoesische Kolonialzeit endete. Auf Seite der Amis kaempfte er gegen den kommunistischen Norden und landete als Kriegsverlierer erst mal fuer drei Jahre im Umerziehungslager. Die Reise fuehrte an vielen Schauplaetzen der Kaempfe vorbei, und so gabs Informationen aus ersten Hand.
Phuong ist 28 war zuvor Photograph, wo er zwar mehr verdiente, aber auch zu viel trank. Ueber den Grossonkel kam er zu den Easyridern, wo er erst mal ein Jahr zu schauen musste bis zur Aufnahme.

"We do it for our country" - das war der einzige Satz an dem Abend, als wir uns zufaellig trafen, wo ich dachte: Das ist jetzt aber etwas dick aufgetragen. Aber selbst das stimmte. Ohne diese Tour haette ich Vietnam mit einem falschen Eindruck hinterlassen. 550 Kilometer mit dem Motorrad, die diese Reise praegten.

  • 1000 Jahre alte Tempel.
  • Die handwerkliche Herstellung von Raeucherstaebchen.
  • Fahrraeder, die 300kg Ananas transportieren.
  • Der Ho Chi Minh Pfad
    siehe Wikipedia, teils Reste von damals, teils zur Strasse ausgebaut
  • Reichlich Denk- und Siegesmaeler zum Krieg.
  • Viele Doerfer der "ethnischen Minderheiten", wie man sie hier nennt.
  • Wie Zimt, Pfeffer und Cashews wachsen.
  • Ueber Haengebruecken aus Bambus gehen.
  • Granitabbau mit Hammer, Meissel und in Badeschlappen.
  • Die alte Piste einer US-Airbase, auf der die Bauern heute Maniok trocken.
  • Gummibaueme, aus denen das Latex rinnt.
  • Wenn nichts mehr rauskommt, werden im Saegemehl Pilze gezuechtet.

Der Spruch des Tages fiel in einer Tischlerei: "Der da drueben macht das Design, alle anderen arbeiten".

Sprich: Man hielt unterwegs oft an, um sich das alles anschauen.
Auch in einem Waisenhaus. Fuer solche Faelle hatte ich extra Remy, die Ratte aus dem Film Ratatoiulle, als Stofftier mitgenommen. Da die Kinder eh schliefen und ich schlecht entscheiden konnte, wo es Sinn macht, gab ichs der Heimdame. Die hatte soviel Spass, vielleicht behaelt sie sie erst mal ein paar Tage selbst. Dazu noch ein Malheft und eine Spende... denn hier landen in erster Linie die Kinder, deren Eltern(teil) bei der Feldarbeit durch Minen ums Leben kamen.

Auf der ersten Etage waren die ganz Kleinen dann doch wach, und das Groesste ist wohl, auf den Arm genommen zu werden und zu zeigen wo hin es gehen soll. Gerne noch, der Kleine war auch frisch geduscht... und machte mir trotzdem einen Bremmsstreifen aufs Shirt. Fix ausgewaschen und auf gings zur naechsten Runde!

Auch die Einstellung zum Umweltsschutz ist hier in den Bergen besser. Plastik wird offenbar gesammelt, und die Huelsen alter Munition aufgespuert, die gereinigt und dann vom Schmied weiterverarbeitet werden. Und Muell wird hier auch nicht in der Gegend rumgeworfen.

Vielerorts fuehrte die Reise an den Doerfern besagter Minderheiten (es gibt ueber 50) vorbei, die zumeist auch eine eigene Sprache sprechen. Je nach Groesse und Kraft der Gruppe faellt dann auch das traditionelle Stammeshaus aus.

Bei einem Kaffee-Stopp machten die Arbeiter gerade Mittagspause, boten mir einen Schnapps an und zueckten schon ihre Handykameras, um auch ja mein Gesicht beim Trinken festzuhalten. Hab mich rausgewunden, auch eine Zigarette wollte ich nicht... aber ein lustiges Gruppenfoto haben wir gemacht.

Dieses und 59 weitere Eindruecke der Tour gibts bei flickr :-)

Hier ein Video des Maedels, das die Raeucherstaebchen machte - genau hinsehen, die sind duenn ;-)

Fuer die Nacht hatten wir einfache, saubere und guenstige Hotels. Das erste lag im Dreilaendereck mit Laos und Kambodscha, und ich hatte Abends Lust auf ein Mars, Snickers oder meinetwegen auch Twix - aber nix! Gruene suessliche Chips gab es.

Diese Tour war auch ein Ausflug in die vietnamesische Kueche - so essen, wie es die Leute hier machen. Und ehrlich gesagt waere ich in manche Kaschemme allein nicht reingegangen, zu mal ich auch schlecht was haette bestellen koennen. Die beiden orderten einfach immer den ganzen Tisch voll, und es wurde geteilt bzw. schaufelten sie einfach mehr Broeckchen in meine Schale. Am besten war das Wild, wobei das Fleisch meisst in einer Art Suppe mit Gruenzeug schwimmt. Auf hierzu ein paar Photos.

Vor dem Start hatte ich eine Woche lang erhoehten Verbrauch von Toilettenpapier, und am Tag zuvor gabs gar ein paar enge Situationen. Doch mal Immodium einwerfen? - Hey, Bauch, letzten Chance: Abends spaet noch Banane und Cola, morgens Banane, Weissbrot, mittags wieder Cola.... danach war anderthalb Tage Ruhe. Die alten Hausmittel....
(nicht dass ich das nicht vorher auch schon zwischengeworfen haette, aber nicht so geballt)

Der entspannendste Moment war die Mittagspause in einem liebevoll gestalteten Gartenrestaurant... mit Brunnen, ueberdachten Logen... da kann Starbucks einpacken:


Kurz vor dem Ziel des zweiten Tages schiffte es ziemlich, die Regenkleidung hielt alles ab... nur die Schuhe durften ueber Nacht mal gepflegt trocknen. Tags drauf streifte ich Plastiktueten drueber. Sah komisch aus, half aber. Hey - das war erste echte Regen auf der ganzen Reise :-)

Ziel der Motorradtour war Buon Ma Thouth, eine 300.000 Einwohnerstadt in den Bergen. Ueberlegte zwischenzeitig, ob ich einen Flug nach Saigon nehme... aber das waere ja gemogelt gewesen, dort nicht auf dem Landweg anzukommen und auch die beiden Biker empfahlen den komfortablen Bus. Allerdings sollten sie "High Class" nicht wie "Hard Class" betonen ;-)

Hatte zuerst den letzten Platz im Schlaf-Nachtbus gebucht. Letzter Platz, das klingt ja schon mal verdaechtig. Wars dann auch: Alles 1er-Liegen, und hinten drei Stueck nebeneinander. Fuer eine maximaler Koerpergroesse von 1.70, hatte den Knick da wo er nicht hingehoerte und angesichts des Kastens fuer die Fuesse und des Nebenmanns war auch nur eine einzige Position moeglich. Nix wie raus! Problemlos konnte ich den normalen Bus ne halbe Stunde spaeter nehmen, wo sich die Liegen extrem weit nach hinten neigen liessen. Auch die ueberlaute Fernsehshow hatte irgendwann ein Ende, und so gabs etappenweise auch einigen Schlaf.

Eingestellt von vietpat 05:08 Archiviert in Vietnam Tagged backpacking

No pan, no pancake.

Hoi An

sunny 28 °C

Auf zum Schneider! Und - das Hemd passte 1a. Eigentlich wollte ich es dabei belassen, aber die Stoffe waren gut und ich erinnerte mich an meine Einkaufserlebnisse daheim: Slimflit ist Mangelware, die meissten Hemden sind fuer die korpulentere Fraktion geschnitten. Also ordere ich drei weitere, fertig bis heute Abend.

Dazwischen liegt ein halbtaegiger Kochkurs. Bummel ueber den Markt, man sieht sie wildesten Fruechte.... aber die Namen zu merken war dann doch etwas viel verlangt, zu mal es auf Englisch war.

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Mit dem Boot gings zu einem Restaurant 4km stadtauswaerts... superschoen gelegen, Palmengarten, Veranda - und dann mal aufgepasst! Der Chef macht vor, wir machen nach. Das ganze super organisiert, so bald er fertig war stand fuer die Teilnehmer das jeweils Benoetigte bereit.

Das Ergebnis unterscheiden sich bei Meister und Geselle natuerlich um Nuancen ;-)

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Spass gemacht hats, zwischendurch konnte man das soeben zubereitete teils sofort essen. Auf dem Programm stand:

1. Frische Fruehlingsrollen mit Shrimps

2. Herstellung von Reispapier, dabei wird der Reisbrei auf ein Handtuch gegeben, das ueber einen Topf mit heissem Wasser gespannt ist. Schnell verteilen, sonst pappt es schon... Deckel drauf... und abloesen.

3. Meeresfruechtesalat mit gemischte vietnamesischen Kraeutern, serviert in einer halben Ananas:

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4. Knusprige Hoi An Pfannkuchen mit Shrimps, Kraeutern, Sojasprossen und Erdnusssauce

5. Vietnamesische Aubergine im Tontopf

6. Dekoration - Tomatenblume und, tadaaa, hier kommt mein Gurkenfaecher:

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Weitere Impressionen:

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Eingestellt von vietpat 19:49 Archiviert in Vietnam Tagged backpacking

Beach Boy oder Easy Rider?

Hoi An

sunny 28 °C
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Erst mal ausschlafen. Ein Rad ausleihen. Und die 4 Kilometer zum Strand.
Damit laesst sichs doch leben:

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Bin ein Stueck am Wasser langgelaufen und zurueck, wurde als Nicht-Hotelgast von den Liegen verscheucht, legte mich halt so in den Sand... doch irgendwie... allein am Strand ist oll!
Zum Lesen zu warm & doch windig, und es zogen Wolken auf. Gestern schuettete aus selbigen ploetzlich, und so gurkte ich doch mal wieder zurueck.
Ach uebrigens, bei dem Regen gestern war ich gerade auf dem duerftig ueberdachten Markt, huepfte von Bude zu Bude... und war so natuerlich leichte Beute fuer gezielte Ansprachen der Haendlerinnen ;-)
Es blieb trocken und heiss, so dass ich erst mal weiter bloggte und dann einen Modeladen bzw. Schneiderei aufsuchte, die mir Kate & Dan empfohlen hatten. Wollte mir eigentlich einen Massanzug machen lassen, doch Fragen zu Transport und Qualitaet sowie die Waerme liessen mich davon Abstand nehmen. Aber zumindest mal ein Hemd antesten - fuer 18.- Euro was genau passendes gibts daheim nicht. Mit Namenskuerzel am Aermel 8-)
Die freundliche Beraterin nahm gegen 18 Uhr diverse Masse und schon Morgen Vormittag sollte es fertig sein.

Jetzt noch was essen. Einer Restaurant-Empfehlung des Lonely Planets folgend.
Ich weiss die Qualitaet und Karten sehr zu schaetzen, allerdings sind mit diesem Reisefuehrer fast alle unterwegs. Das heisst: Man folgt dem Rudel. Ok, in Vietnam macht mans das groesstenteils eh so schmal wie das Land ist.

In diesem Fall machten sich aber nicht viele Reisende auf den Weg die paar hundert Meter aus der Altstadt raus ins Cafe 43. Dort angekommen, nahm mir ein strahlender Besitzer das Rad ab, parkte es im Hof und fragte ohne Englisch zu koennen wo ich denn sitzen wolle. Ganz hinten? Nee... vorn allein... hm... ich entschied mich einfach fuer den Tisch der beiden Vietnamesen und orderte die Spezialitaet des Hauses, Pfannkuchen mit Schweinefleisch die man mit Gruenzeug in Reispapier rollt und dann in Erdnusssosse tunkt.

So kamen wir ins Gespraech, und so langsam stellte sich heraus: Die beiden sind Easy Rider, gehoeren also zu jener Motorradgruppe als Da Lat im Bergland, die Besucher durchs Land fahren und ihnen selbiges zeigen. Sie kamen grad hier von einer Mehrtagestour an.
Da wurde ich hellhoerig... war ich doch nicht besonders scharf drauf, mit Zug oder Bus die weiteren 800km nach Saigon zurueckzulegen. Wo es zwar Traumstaende haben soll, aber ich stellte ja heute fest, dass ich nicht so in Strandlaune bin.

Im Lonely Planet steht, dass man ich Da Lat kaum ueber die Strasse gehen kann "ohne dass jemand versucht einen aufs Motorrad zu ziehen", egal ob echter Easy Rider oder was nachgemachtes. Diese waren echt, nicht aufdringlich und gaben mir zur weiteren Meinungsbildung ihr Gaestebuch. Das war in der Tat ueberzeugend und ich beschloss: Kurze Wege im Mittelfeld - das wird gemacht, schliesslich ist es die Chance vom Touripfad abzukommen.

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Die 100 Dollar Anzahlung waren war nachvollziehbar, da sie nicht Gefahr laufen wollten uebermorgen ohne Fahrgast dazustehen, aber etwas misstrauisch ist man ja schon. So bekam ich einen Ausweis und wir machten noch ein Photo... beides sollte ich dann morgen noch an meine Schwester mailen, damit auch jemand weiss mit wem und wo ich unterwegs bin.

Ich bin gespannt!

Und so entspannend ist der Blick aus dem Hotelfenster:

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Eingestellt von vietpat 18:38 Archiviert in Vietnam Tagged backpacking

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