Good morning Vietnam!
Hanoi
27.04.2008 - 27.04.2008
27 °C
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Hong Kong / Vietnam 2008
auf vietpat's Reise-Karte.
Die Nacht war so ruhig, dass ich mich schon fragte obs clever ist in das Hotel an der Bia Hoi-Kreuzung umzuziehen... wobei man sagen muss, dass der Verkehr nicht so viel war - aber man hupt hier halt einfach nur um kund zu tun: Jetzt komme ich, und umso mehr ich hupe desto eiliger habe ich es. Agressiv ist allerdings niemand dabei.
Das mit der Ruhe hatte sich aber erledigt, als die auch an den Luftschaft angeschlossene Familie aufstand...und ab gings ins Classic Hotel, dass fuer ebenfalls 30 Dollar (20 Euro) einen ruhigen, hellen Raum nach hinten hatte... vierte Etage mit Aufzug, Computer auf dem Zimmer (Internet nur phasenweise), Bad, Kuehlschrank, zwei Betten (eins als Ablageflaeche) und nettes Personal. Fuer 18 Dollar haette es auch was gegeben, aber darf ja auch mal was netteres sein. Noch ein kleiner Schwenk in den Fruehstuecksraum - boah, haben die hier tollen Kaffee! Drei Tassen spaeter hatte ich dann auch einen Plausch mit ein paar Daenen hinter mir, zwei Familien mit 5-7 Jahre alten Kindern gemeinsam fuer ein paar Monate unterwegs. Nach einer inzwischen fast abgeschafften Regelung koennen Eltern dort wohl drei Monate fuer 60% des Gehaltes freinehmen - davon kann man in Vietnam mehr als gut leben. Dass erzaehl mal einer den Amis/Kanadiern, die nur zwei Wochen im Jahr freibekommen....
Auf zur Stadterkundung! Kreuz und quer durch die kleinen Gassen der Altstadt.. ueberall Garkuechen am Strassenrand, wo die "interessantesten" Dinge gekocht werden. Bei Maecces sind die Chicken Wings paniert - hier erkennt man nach dem Grillen noch prima die Anatomie des Kuekens.
Die Tradition hat auch insofern ueberlebt, als dass es viele Strassen fuer bestimmte Artikel gibt: Eine fuer Strohmatten und Seile, eine fuer Eisenwaren, fuer Gewuerze, fuer Lebensmittel (schon mal ein Netz voll Froesche gesehen?), fuer Schuhe, fuer Fisch... und zum Haareschneiden geht man hier gern an die Hauptstrasse, wo am Baum ein Spiegel haengt und ein Stuhl davor. Die Route des Spaziergangs stand so im Lonely Planet - einstweilen verwunderlich, dass ich mal fuer zehn Minuten gar keine anderen Reisenden sah.
Das Hotel warnt vor wiederaufgefuellten Wasserflaschen, die auf der Strasse verkauft werden... und klar werden hier Klamotten, CDs und was weiss ich noch alles gefaelscht. Aber auf Platz eins schaffte es die gefakete "German Kleinigkeit": Nachgemachte Raffaelos im Supermarkt, im gleichen Look - nur kein Wort von Ferrero drauf, sondern irgendwas Phantasievolles.
Es begab sich zur Nachmittagszeit, dass ich ein Fahrradtaxi suchte. Was in sofern erwaehnenswert ist, dass ich heute schon mindestens 58mal deswegen angeschwatzt wurde. Gehoert wohl auch zu Murphys Gesetzen, dass man gerade dann ne Viertelstunde suchen muss. Geschaeftig sind sie ja: Eine in vielen Reisefuehrern empfohlene Konditorei ist umgezogen, und heute morgen sprach mich an der alten Adresse doch prompt jemand mit dem Umzugsflyer in der Hand an, ob er mich dort hin fahren solle. Wollte ich da nicht, aber jetzt. Nun, die Konditorei hab ich nicht gefunden... lag aber zufaellig direkt am Literaturtempel, dem wohl wichtigsten der Stadt. In den Grundzuegen seit 1070 bestehend, war es die erste Universitaet an der die Soehne der Mandarine ausgebildet wurden. Bestehend aus fuenf Hoefen (Gruss nach Muenchen :-)) arbeitet man sich von Gruenflaechen und Wasserbecken ueber Pavillons zum eigentlichen Tempel vor.
So, das gemuetliche Fahrradtaxi (wo man vorne drin sitzt) hatte ich schon hinter mir: Jetzt gehts aufs Ganze! - Mit dem Mopedtaxi als Sozius zurueck in die Altstadt. War ganz putzig, und bis auf das Anfahren auf der sechsspurigen Strasse unspektakulaer: Einfach mal links gegen den Verkehr loslegen und gezielt nach rechts vorarbeiten. Helme tragen sie uebrigens alle.
In Hanoi gibt"s noch so einiges zu sehen, aber es gilt die Frage zu klaeren, was man danach unternimmt... und das ist hier noch etwas anstrengend. Zum einen soll es nach Sa Pa in die Berge gehen, dorthin aber keinesfalls am Wochenende: Der 30.4. und 1.5. sind hier Feiertag, bis zum Sonntag ist wohl das ganze Land unterwegs. Und auch besonders gern in die Berge. Die Ha Long Bucht (Unesco Weltkultur Tralala) ist natuerlich Standardprogramm, die Frage ist nur ob selbst organisiert (moeglich, flexibel - aber aufwaendig und ggf. zeitintensiver) oder sich einer Tour anschliessen. Dazu muss man wissen, dass die Vermittler in Hanoi einem *alles* erzaehlen, damit man bei ihnen bucht... und am Ende entscheidet das teilweise das Glueck, auf welchem Schiff man landet und ob es vielleicht doch Kacke wird. Oder einfach fuers Doppelte beim Marktfuehrer buchen und die Garantie haben, dass alles eine Klasse besser ist. Und wohin nun am langen Wochenende..?
Damit komme ich heute nicht weiter, bin einstweilen etwas angespannt... moechte zwar kein Pauschaltourist sein, aber einen Tacken easier duerfte es grad schon mal sein. Und andere Reisende trifft man auch nicht. Menno. Nach einer weiteren Tour gehts einfach in ein vom Lonely Planet empfohlenes Restaurant, wo es in der Tat sehr lecker ist... und prompt kommt man ins Gespraech, mit Phil und seiner Freundin die so heisst wie die Filmpartnerin von Patrick Swayze (irgendwas mit J?) deren Namen ich weder kenne noch mir merken kann. Egal, die beiden sind jedenfalls aus Kanada, ein deutsches Paerchen stoesst auch dazu und so ist die Abendunterhaltung gerettet. Cheers!
Eingestellt von vietpat 28.04.2008 05:43 Archiviert in Vietnam Tagged backpacking

