Reise blog von Travellerspoint

Rechtsueberholen, Kneipenatmosphaere und Chanson

...willkommen in einer Sozialistischen Republik!

overcast 26 °C
View Hong Kong / Vietnam 2008 auf vietpat's Reise-Karte.

Neues Land, neue Eindruecke: Vor anderthalb Jahren in Rio kam ich an einem alten, dunklen Flughafen an... die Schlange an den zwei geoeffneten Einwanderungsschaltern war ewig lang und es fuhr erst mal kein Bus in die Stadt, weil einer kaputt gegangen war.

Ok, der Flughafen in Hanoi ist auch eher ein 70er Jahre Zweckbau und die Polizisten am Gate trugen diese riesigen Ostblock-Muetzen... aber irgendwie wars doch angenehmer, jede Menge geoeffnete Schalter ohne Wartezeit und dann ab mit dem vorbestellten Taxi in die Stadt. Hatte ja erwartet, dass jemand ein Schild mit meinem Namen hochhaelt - aber Pustekuchen. Nach einigen Minuten sprach mich einer der Fahrer an wohin ich wolle - und ploetzlich hatte er meinen Namen als SMS auf dem Handy. Geht doch.

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Die ersten Eindruecke des Landes: Graues warmes Wetter, gleich hinter dem Flughafenparkplatz stehen die ersten Kuehe neben der Schnellstrasse und bearbeiten die Menschen mit spitzen Hueten den Boden. Und natuerlich der Fahrstil: Hauptsache hupen, jede Luecke durch Rechtsueberholen auffuellen... sofern die rechte der beiden Spuren nicht (wie fast immer) von Mopeds in Anspruch genommen wird. Am Strassenrand gibt riesige Lilienstraeusse zu kaufen... und richtig spannend wirds dann im Zentrum: Da hab ich nicht schlecht gestaunt, als der ich den ersten Riesenschwarm Moppeds sa. Ich kenne da durchaus Leute, die das Geschehen mit ununterbrochenen "Huch!"'s kommentiert haetten... aber ich fands schon spannend, wie es immer irgendwie passt mit den Luecken.

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Irgendwie passte es auch mit der gebuchten Unterkunft, aber dann doch nicht richtig. Im Buch von "Reise Know How" stand zum Hanoi Backpacker zwar "Muss man moegen - aber wenn, dann..." ...doch ich hatte mir etwas persoenlicheres erhofft von einer "von zwei Australiern gefuehrten Unterkunft mit Dachterrasse". Letztere blieb auch im weiteren Verlauf des Abends leer, stattdessen Kneipenatmosphaere im Erdgeschoss, jede Menge junge "Chicks", Abfertigung am Empfang und ich sollte sofort alle reservierten Naechte zahlen, obwohl es Usus ist dass man von Tag zu Tag entscheidet. Das Zimmer zwar ruhig, aber nur Fenster zum Luftschacht.

Kurzum: Hatte eine Unterkunft fuer die erste bereits bezahlte Nacht und machte mich direkt auf die Suche nach was Besserem, diesmal auf den Lonely Planet Reisefuehrer vertrauend.

Damit verbunden natuerlich der erste Stadtspaziergang. Glaube, wenn man den Leuten hier den Witz des Jahres erzaehlen will, muesste man ueber die deutsche Umweltplakette berichten. Es scheint wohl nur so, dass es nicht so schlimm ist mit den Abgasen: Was daran liegt, dass man sie gar nicht mehr merkt mangels Frischluft. Wenn daheim *ein* Mopped kommt, dann stinkst... hier merkt man schon gar nichts mehr.

Die dritte besichtigte Unterkunft sollte es dann auch morgen werden. Darauf erst mal ein Bier. Im Biergarten, der hier so ausschaut, dass man an einer Strassenkreuzung einfach Plastikstuehle auf den Gehsteig stellt - bevorzugt in lustiger Kindergroesse mit Minihockern zum Abstellen der Glaeser.
Da ich eh noch etwas bummeln wollte, ging es in ein "Bia Hoi" (so heisst das hier) ausserhalb des Touriviertels. Was auch prompt dazu fuehrte, dass ich der einzige Europaer war. Zeit fuer die Vietnamesen am Nebentisch, ihre zwei Brocken deutsch einzusetzen: "Wie heissen Sie?". Die Maedels konnten auch drei Brocken englisch, der eine Typ hiess Hai - und prompt war der andere bei "Heil Hitler" und strammgestanden - alle lachten, nur Deutschland ist wohl das einzige Land wo man darueber keine Witze macht. Wie war das bei Monthy Python - "don't mention the war!"? :-)

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Mitten in der Stadt liegt ein See, an dessen Ufer Samstag Abends entsprechend viel los war... und nebenan eine Art Mini-Chanson Wettbewerb, desse Zuschauer was ausschliesslich aus Moped (Bei)Fahrer(innen) bestanden, die einfach mal anhielten.

Der erste Botschafter des Landes war uebrigens Vietnam Airlines, die diesen Cathay Flug durchfuehrten. Topmoderne Maschine und ein so grosser Sitzabstand im A321, dass es fuer die kleine Vietnamesin neben mir wie Business Class sein musste. Und lecker Essen.

Eingestellt von vietpat 27.04.2008 17:40 Archiviert in Backpacking | Vietnam

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