Reise blog von Travellerspoint

Flexibles Reisen

Hue / Hoi An

sunny 26 °C
View Hong Kong / Vietnam 2008 auf vietpat's Reise-Karte.

Um 4 Uhr in Da Nang ankommen, von dort noch ne Stunde weiter nach Hoi An und dort in aller Herrgottsfruehe ein Hotel suchen... das ist doch Killefitt.

Dann lieber um 1:30 in Hue aussteigen und morgens noch die alte Kaiserstadt besichtigen!
Als der Zug um 1:45 immer noch vor sich hin ratterte, ueberlegte ich schon, ob er vielleicht durchfaehrt, weil ich ja hier offiziell nicht aussteige...? Obwohl, die Kommunisten werden doch wohl ihren Fahrplan nicht ignorieren.
Irgendwann kamen dann doch die Lichter einer Stadt, und nachdem der Schaffner schon zweimal sein Handy nicht gehoert hatte, weckte ich ihn dann doch mal.. schliesslich musste er die Wagentuer aufsperren. Und so hatte er grad noch Zeit, sich die Schuhe anzuziehen ;-)

Das im Reisefuehrer empfohlene Hotel am Bahnhof war voll... und so hatte ich die Wahl zwischen 2km in die Stadt und den Diensten eines immerhin vernuenftig englisch sprechenden "Vermittlers" dessen Hotel in 500m Entfernung sein sollte. Weiter wars auch nicht, aber dem verpennten Portier nach wars nicht seins und irgendwie vertraute ich ihm nicht wirklich.
Zumindest mal das Zimmer angesehen.. ganz ok, 5 Euro, fertig. Nicht arg viel gepennt, um 6:45 schon wieder am Bahnhof wegen der Weiterfahrt vier Stunden spaeter - laeuft alles super! Das nenn ich mal flexibles Reisen.

Auf zur Zitadelle, von den Amis leider teilweise in zerbombt, aber einige Tempel schoen wieder aufgebaut. Und so frueh am Morgen war ich an manchen Stellen der einzige Besucher - wie entspannend! Fotos ebenfalls bei flickr, mehr Input bei Wikipedia.

Ansonsten ist Hue die Stadt der Nervensaegen: Hier rufen die Typen sogar von der gegenueberliegenden Strassenseite "Hello, man, motorbike!". Einfach ignorieren, und wenn man wirklich eins braucht, zurueckschlagen: Einfach 5 oder 10 Tausend Dong (20 bis 40 Cent) bieten, und wenn die Typen nein sagen einfach weitergehen - die kommen schon hinterher und fahren zu dem Preis.

Alles in allem ein cleverer Zwischenstopp: Schick was gesehen, keinen Tag verprasst und die 45 Minuten Zugverspaetung waren dann auch zu ertragen. Gleich nach Abfahrt fegte das Personal den Wagen durch... aber das war nur Oberflaechenkosmetik. Es war jetzt nicht wirklich schlimm, aber irgendwie hatte ich das Gefuehl man muesste den ganzen Wagen mal ueber Nacht in Sagrotan einweichen und dann kaerchern. Wenn man nicht aufpasst, hat auch die Fuesse des Hintermanns auf der eigenen Armlehne.

Die Strecke schoen anzusehen.. nirgends in Vietnam kommen die Berge naeher ans Meer, ueber dem Strand zieht sich der Zug nach oben zum Wolkenpass, der heute wolkenlos war.

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Das Ziel Hoi An hat keinen Bahnhof, so gings von der drittgroessten Stadt des Landes - Da Nang - per Kleinbus weiter. Und die Strandstrasse sah aus wie auf den Kanaren: Alles voller Baustellen fuer neue Ferienanlagen, sogar das Park Hyatt mischt mit. In meinem echt schicken Hotel hatte ich eins der sechs Zimmer mit Ausblick aufs Reisfeld, unten am Pool war Teutonenalarm. Also raus ins Staedtchen...dass die Reisefuehrer zwar als touristisch ankuendigten, aber Bierbaeuche, Schnaeuzer und amerikanische Pauschaltouristen hatte ich jetzt nicht erwartet in den Gassen der Altstadt. Selbige gepflastert von Bekleidungsshops, die im wesentlichen alle das Gleiche hatten und von denen kaum eine Besitzerin mal die Klappe halten konnte: Hello, look at my shop! Come in Sir! Hello, man! Wanna buy something? - Nein, ich moechte einfach hier langgehen.

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So waehlte ich auch abends das Restaurant aus, vor dem mich draussen niemand anquatsche und traf einen gleichgesinnten Franzosen, der auch der Meinung war: Die Leute hier lachen nicht, wollen nur Dein Geld und kuemmern sich nen Dreck um die Umwelt.

Kann aber auch dran liegen, dass ich bislang weitesgehend auf dem Touristenpfad wanderte - bis auf Ninh Binh, was ich nunmehr doch ganz schick fand.

Und Hoi An bekommt morgen noch eine Chance. Samt Strand.

Eingestellt von vietpat 03:59 Archiviert in Vietnam Tagged backpacking

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